EIGER ULTRA TRAIL E101 #31

Der Weg dahin …

…und die Geschichte zu meiner „LANGSAMHEIT“. Um langsam zu definieren muss ich erst mal den Begriff „schnell“ definieren. Schnell ist relativ, fühlst du dich schnell, dann bist du auch schnell. Punkt. Ohne wenn und aber.
Mein Weg zu diesem Denken war lange. Sehr lange. Ich war mal eine schnelle Läuferin. Hier mal meine Pace aus diesen Zeiten:

4:20min/km im 10km Wettkampf, 4:50min/km im Halbmarathon und 5:20min/km im Marathon.

Aber auch das ist relativ, ich habe erst mit 39 Jahren mit dem Laufen begonnen, daher bin ich mit diesen Zeiten sehr zufrieden gewesen, und wollte dennoch mehr. Es lief auch alles recht gut, bis eine Autoimmunerkrankung meinen Weg kreuzte und meinen Muskeln unangenehme Dinge wie Krämpfe, nicht endender Muskelkater und eine gewisse Schwäche bescherte.  Ich wurde immer langsamer und meinte zunächst mit noch mehr Training reagieren zu müssen. Mit der Folge, dass ich sehr oft verletzt war.
Meine Konkurrenz lief mir bei Wettkämpfen einfach davon und es wurden immer mehr. Ich mied nun Wettkämpfe, es war so frustrierend in der AK Wertung, die ich meist gewonnen habe nur noch am Rande in Erscheinung zu treten. Auch wollte ich meine Schwäche weder vor mir selbst noch vor anderen zugeben, also erfand ich immer neue Ausreden für mich und andere – so konnte ich immer auf die nächste Saison, in der alles besser werden würde hoffen.
Und so ging das eine ganze Weile bis ich für mich die Entscheidung treffen musste, ob ich weiterlaufen möchte oder nicht.
Zum Glück habe ich mich für das Laufen entschieden und das Laufen für mich neu definiert. Habe meine Langsamheit für mich akzeptiert.
Ich habe meine Liebe zum Ultra Trail entdeckt, hier kann ich mit meiner neuen Gelassenheit punkten und genießen.
Manchmal beim Tempotraining, das ich immer noch mache, heize ich mal 500m so richtig schnell, so schnell wie früher, dann freue ich mich über dieses Gefühl und denke, GEIL WARS!!
Dafür ist es heute wunderschön…..die langen Läufe im Pfälzer Wald, die Traininglager im Gebirge, quer durch die Rheinauen – unbeschreiblich…

Mein Lauf heute: 27,4 km, Pace 7:11min/km
sehr kraftlos am Ende….ich muss mehr essen!