EIGER ULTRA TRAIL E101 #43

…und so war es:

um 3 Uhr früh am Morgen klingelte der Wecker, keine Aufregung, in aller Ruhe einen Kaffee und ein reichhaltiger Smoothie für die erste Energie, der Start ist in unmittelbarer Nähe.
Allein die Athmosphäre am Start war genial, kein hektisches Rumgehopse, nur Gelassenheit, man weiß auf was man sich eingelassen hat. Auch der Start selbst erfolgte in dieser Gelassenheit, der Weg in der Dunkelheit hinaus aus Grindelwald in den Wald, in die Berge war angenehm still, dieser wundervollen Natur angepasst. Nur das Atmen und das Taptap unserer Schritte war zu hören.
Der erste Anstieg , ein stop and go für die erste Stunde dieses Laufes.
Dann das erste Highlight, ein Sonnenaufgang in den Bergen mit dem  Blick in eine bezaubernde Bergwelt. Ich fühle mich wunderbar entspannt. Es beginnt zu regnen, die milden 17°C vom Start haben wir jetzt nicht mehr, bei fast 2000 m in der Höhe ist der Regen empfindlich kalt, rein in die Regenjacke und weiter geht’s. Immer im grünen Bereich bleiben ist meine Strategie. 
First mein erster Gipfel ist zum Greifen nahe, aber erst geht es wieder bergab auf 1500 m um dann den First mit seinem traumhaften Ausblick  auf die Berg Giganten endlich zu erklimmen. Ich habe Gänsehaut in diesem Moment. Es geht mir gut. Schade dass ich nicht verweilen kann, verpflegen, Regenjacke aus und weiter, immer weiter. Die Abstiege sind enorm fordernd für mich, Felsen, Stufen und loses Geröll – ich denke an Thibaud der mit sagte „locker bleiben, lockere Arme, lockere Schulter, schnelle kurze Schritte“, ich gebe mein bestes, aber manchmal habe ich einfach Angst und laufe ganz vorsichtig. Ich muss noch viel üben….aber es läuft. Die Anstiege arbeite ich viel mit den Stöcken und erreiche dann auch den höchsten Punkt meiner Reise das Faulhorn. Eigentlich wollte ich es jetzt laufen lassen, aber der Trail war technisch noch immer äußerst anspruchsvoll und forderte mich sehr.
An der Schynige Platte Gänsehaut und Ergriffenheit, der Blick aus diesem magischen Ort zum hellblau leuchtenden Thuner See…nicht in Worte zu fassen…weiter, weiter, um nach unendlicher Zeit des beschwerlichen Abstiegs in Burglauen dem tiefsten Punkt meine Kleider und mein Schuhe zu wechseln. 
Alles im grünen Bereich, es geht mir immer noch gut, der Weg führt wieder hoch Richtung Wengen. Ein übles Gewitter mit Starkregen und Kälte zwingt mich und viele andere Läufer in einer zugigen Holzhütte zu pausieren, das Rennen ist gestoppt. Bitterkalt, tropfnass trotz Regenjacke – ich mag grad nicht mehr. Motivation sinkt mit den Temperaturen. Dann endlich dürfen wir weiter, der Anstieg weiter hart, es wird wieder warm – ich beiß mich durch!!! Auf dem Weg zum Männlichen werden wir nach Wengen zurückgeordert weil das Gewitter zurück ist, Rennstopp, wir werden alle in das Restaurant Männlichen mit der Berggondel gebracht. Nach langem Warten dann die Nachricht, dass der Eiger-Gletscher nicht zu laufen ist. Es gibt einen Neustart mit den härtesten Stunden die ich je gelaufen bin. Laufen in der Nacht mit einer nicht ganz optimalen Lampe ist unglaublich hart bei diesem Gelände. Ich mache viele Schritte ins Leere, habe Schmerzen an den Knien, weiter, weiter… das Limit ist noch lange nicht erreicht. Und dann endlich das Ziel, Andreas steht da und umarmt mich und ich heule und lache gleichzeitig.
Ich habe das geschafft, geistig frisch vom ersten bis zum letzten Schritt, einfach nur ne ganz geile Sache, 


Salming Trail 5 und der OT Comp … die Begleiter in der heißen Phase vor dem Eiger Ultra Trail und während dem Lauf.
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