Archiv der Kategorie: Eiger-Ultra-Trail_2018

Meine Berichte und Erlebnisse während der Vorbereitung zum Eiger-Ultra-Trail 2018 am 14. Juli 2018 in Grindelwald (CH), beschreibe ich hier in diesem Blog.

Doris

EIGER ULTRA TRAIL E101 #41

Der Weg dahin...

ULTRATRAINING IST KEIN PONYHOF.

Es ist immer wieder faszinierend wie der Körper und auch der Geist sich den Anforderungen im Training anpasst wenn man smart an die Sache herangeht.
Ich konnte meine Wochen-Bilanz von 97 km erst gar nicht so recht glauben und habe nachgerechnet, mehrmals.
Fast HUNDERT Kilometer und nichts was im Körper rebelliert. Ich darf so langsam optimistisch werden und davon ausgehen, dass das Unternehmen „Eiger Ultra Trail“ auch tatsächlich ein gutes Ende nehmen wird.
Diese Woche steht ein Lauf über sechs Stunden auf dem Plan – noch einmal eine Zeitstunde mehr als letzte Woche.
Was mir schwer fällt sind die Tempo Einheiten, aber die dürfen  auch schwer sein, sonst wären es ja schließlich keine Tempo Einheiten.

Das Krafttraining habe ich mittlerweile stark reduziert, reines Erhaltungs-Training. Für mehr fehlt mir dann doch die Energie.

Morgen dann meine persönliche Hass Einheit, zweieinhalb Stunden den Buckel hoch und runter ist nicht wirklich dolle, aber danach ist man doch stolz es durchgezogen zu haben.

EIGER ULTRA TRAIL E101 #40

Der Weg dahin...

…die achte Woche beginnt, am Sonntag ist dann Halbzeit der 16 -wöchigen direkten Vorbereitung. Es ist toll zu fühlen, wie der Körper allmählich immer leistungsfähiger wird.
Klar, es gibt immer wieder mal Läufe die sich mühsam anfühlen – und doch, in der Summe geht es deutlich voran.
Aber nicht nur der Körper, auch die mentale Bereitschaft sich auf die immer länger werdenden Distanzen einzulassen wird stetig entschlossener.
Aktuell laufe ich zwischen 75 und 85 Wochenkilometer, aber die Stöcke und ich sind noch immer keine „beste Freunde“, wir arbeiten an unserer Beziehung.
Was auch wächst ist der HUNGER, gescheite Ernährung, mein Supertreibstoff – ganz wichtig!!

EIGER ULTRA TRAIL E101 #39

Der Weg dahin...

…der bisher längste Lauf von vier Stunden habe ich sehr unterschätzt. Und das kam so:
die Vorgabe war vier Stunden laufen mit vielen Anstiegen, alle Anstiege mit den Trailstöcken so schnell hoch wandern wie möglich, Ebene und Abwärts-Trails laufen.
Da dachte ich mir, das wird  eine lockere Einheit mit den Wanderpassagen. Weit gefehlt!
Die Einheit hat mich ausgesprochen gefordert, denn die Anstiege bin ich mit Stockeinsatz fast ohne Zeitverlust zum Laufen hoch, auch wandern mit Trailstöcken will geübt sein.
Und das Wetter war traumhaft, jedoch 25 Grad Unterschied zu letzter Woche war auch nicht ohne.

Und doch: die Form wächst und ich bin voller Vorfreude auf mein Abenteuer Eiger Ultra Trail.

EIGER ULTRA TRAIL E101 #37

Der Weg dahin...

…es läuft. Mittlerweile bin ich bei 70 Wochen Kilometern angekommen, beschwerdefrei. Meine langen Läufe werden allmählich länger, am liebsten würde ich jetzt schon größere Umfänge laufen, aber klug ist es, am 14 Juli in Topform zu sein und nicht schon im Mai.
Von meinem letzten Langen am Freitag möchte ich gerne berichten.
Das Wetter war die ganze Woche über sehr angenehm warm und sonnig. Am Freitag morgen trotz bewölktem Himmel in ein dünnes Laufshirt geschlüpft, dreiviertel Hosen – es waren ja 25 Grad gestern – und ab in die Pfalz.
Was soll ich sagen, das einzige was gepasst hat, waren meine Laufschuhe. Der wunderbare T5 von Salming, mein Grip Monster hat mir bei Dauerregen, Hagelschauern und Schneeregen wunderbare Trittsicherheit gegeben. Alles andere war beschwerlich. Gefroren habe ich jämmerlich und bei der letzten Downhill über vier Kilometer habe ich mich gefühlt wie nackt, Shirt Haut und Regen waren eins…hat auch was, ein kühles Gefühl von absoluter Freiheit.
Während der drei Stunden Laufen war ein entferntes Grummeln eines nahenden Gewitters mein Begleiter – ein ausgesprochen ungutes Gefühl, denn Abkürzen geht schlecht bei meinen Pfälzer Wald Touren.
Zurück an der Sportschule in Edenkoben war ich froh dass ich mich dort warm duschen und umziehen durfte.
Fazit: wenn du dich verhältst wie ein blutiger Anfänger dann sollst du auch bluten…drei Stunden lang, gnadenlos.

Aber was soll`s, was mich nicht vernichtet macht mich hart für das Abenteuer Eiger Ultra Trail – weiter gehts!

EIGER ULTRA TRAIL E101 #36

Der Weg dahin …

…schlimmer kann eine Vorbereitung fast nicht beginnen. Die erste Woche lief wunderbar nach Plan, dann erwischte mich zum zweiten mal in diesem Frühjahr ein heftiger Infekt – es ging NIX.
Was ein Glück, dass ich mich so gut für den Beginn des direkten Plans vorbereitet habe, dass die Grundeinheiten jederzeit machbar sind.
Am Karfreitag dann ein gaanz vorsichtiger 90-minütiger Lauf im langsamen Tempo – gut, Ein bisschen Hüsteln wegen der kalten Luft, aber der Lauf war ok.
Der obiligatorische Samstag mit Lauf-Technik, Faszien-Training und Nordic Walking mit meinen Gruppen war auch machbar.
Heute war ursprünglich ein langer Lauf im Pfälzer Wald geplant, aber Regenschauer und recht kühle Temperaturen erschienen mir gewagt nach diesem langen Infekt.
Also ab ins Fitness Studio auf das Laufband…ich liebe es nicht wirklich. Bei 10% Steigung bin ich dann 4 mal acht Minuten am Anschlag gelaufen, mit Ein-und Auslaufen eine 60-minütige Einheit, danach 90 min Kundalini Yoga.
Es geht mit sehr gut und ich werde gesund morgen früh den langen Lauf im Pfälzer Wald laufen.

EIGER ULTRA TRAIL E101 #35

Der Weg dahin …

…nee oder? Geht`s noch Petrus oder Frau Holle oder wer auch immer für die Sauerei zuständig ist, häääh??? Glatteis am 18. März und Schnee auf unserem blühenden Obstbaum???
Mannomann, auf meinem Plan standen Berganläufe, BERGANLÄUFE!!! Und ihr zwei Hornochsen zaubert Blitzeis. Ich bin dann halt die Einheit 90min im Fettstoffwechsel gelaufen, ging gerade so…und morgen früh muss ich jetzt wegen euch früh morgens die Berganläufe nachholen.
Aber Tante Haglunde ist mir sehr wohl gesonnen, keine Schmerzen an der Ferse, die Mühe mit dem Dauerflossing und Kinesiotape lohnt sich.
Naja, Petrus und Holle: ich liebe das Laufen, es war trotzdem schön. Aber morgen früh bitte keine Überraschung, sonst verklage ich euch.

Salming T5, keine Rutschpartie trotz Glatteis

EIGER ULTRA TRAIL E101 #34

Der Weg dahin …

…holladiewaldfee – mein erster Lauf in der direkten 16-wöchigen Vorbereitung nach Plan.
Für die langen Dinger habe ich mir den Freitag frei geschaufelt, es ist einfach nicht schön, den Sonntag mit dem LJ zu blockieren, bis ich im Pfälzer Wald bin, gelaufen und wieder zuhause, ist der Sonntag fast vorbei, Zeit mit der Familie ist dann nicht machbar. Aber wichtig.

Für diesen Lauf habe ich mir einen schweren Weg beginnend in Edenkoben, an der „Alten Waffenschmiede“ in St. Martin hoch zur Kalmit ausgesucht. Gespickt mit etlichen Single Trails quer durch den Wald mit vielen Höhenmetern war dieser Lange über drei Stunden sehr anspruchsvoll. Ganz bewusst bin ich in einem langsamen Tempo gelaufen. Das Wetter hat die Härte des Laufes noch ein bisschen gepusht, Schneeregen, Hagel, Matsch und ein sehr kalter Wind haben mich begleitet – auch das ist möglich beim Eiger Ultra Trail mitten im Sommer, gut wenn man es im Training schon mitgenommen hat.
Durch das langsame Tempo war ich auch nicht sonderlich müde nach dem Lauf, morgen steht dann ein Lauf-Technik Training mit meiner Gruppe, Faszientraining und Nordic Walking an.

Salming Elements:

EIGER ULTRA TRAIL E101 #33

Der Weg dahin …

…Tante Haglunde und ich:

Tante Haglunde ist meine stetige Begleiterin. Immer.
Das erste mal begegnete sie mir bewusst als ich so um die 13 Jahre jung war. Wir jungen Mädels begannen die Mode für uns zu entdecken, und 1973 trugen junge Mädels gerne ganz zierliche Riemchen-Sandalen welche an der Ferse sehr schmal waren. Die süßen Füßchen meiner Freundinnen sahen auch sehr niedlich aus damit – meine eher nicht. Eine knochige Fersen-Verdickung, dauergerötet  vom Druck der schmalen, viel zu engen Riemchen, gepaart mit einem holprigen Gang wegen der Schmerzen…ich wollte halt auch süß und sexy sein, aber mit den Füßen.
Nun ja, ich beschloss spontan ab sofort süße Riemchen Sandalen hässlich zu finden und sattelte auf flache Sportschuhe um.
Irgendwann im Laufe meines Läuferlebens erfuhr ich dann, dass meine knochige Ferse, die manchmal monströs wirkt, eine Haglund Ferse ist. Sie kann erworben sein oder wie bei mir angeboren. Ein blödes „Ding“, es tut weh, entzündet sich bei viel Belastung und hindert mich nicht selten so zu laufen wie ich es gerne tun würde.
Eine Freundin hat mir den Rat gegeben, nicht so böse mit meinem Ding zu sein, wer so viel Hass erfährt wie mein „Ding da unten“ wird immer bösartiger und reagiert dann mit Gegenhass und tut mir weh.
So entstand dann „Tante Haglunde“. Sie wird nun täglich gepflegt, dauergeflosst, im kalten Bergbach bebadet, massiert und geölt.
Tante Haglunde ist gerade recht friedlich, ich habe ihr aber auch bei aller Liebe sehr deutlich gesagt, ich pflege und hege dich, nenne dich nie mehr „Ding“, aber wenn du weiter zickst, dann schneid ich dich ab, kapiert?

Die Rechnung ging auf – bisher.

 

EIGER ULTRA TRAIL E101 #32

Der Weg dahin …

…es läuft. Manchmal ist die Zeit ein Teufel und man wünscht sich tausend Hände, eine Million Beine und ein paar Köpfe mehr um all das tun zu können was man tun möchte, zum Beispiel jeden Lauf hier zu dokumentieren.
Aber wesentlich ist, dass ich meine Läufe und auch das ganze drumherum Gedöns wie Krafttraining, Yoga diverse Sonderbehandlungen wie Flossing für den beanspruchten Körper für mich und mein großes Ziel leisten kann.
Meine längsten Läufe derzeit dauern 3 Stunden und 30 Minuten, ich laufe vier mal pro Woche mit 50 bis 65 Wochen Kilometern. Dazu zwei bis drei Yoga Einheiten und ein bis zwei Kraft Einheiten. Das Faszien Training decke ich mit meinen Kursen ab, das sollte genügen.
Die direkte Vorbereitung für den Eiger Ultra Trail beginnt für mich am 19. März.
Alles was bisher war, ist das „BEREIT MACHEN“ für dieses harte Training – und ich fühle mich bereit.

EIGER ULTRA TRAIL E101 #31

Der Weg dahin …

…und die Geschichte zu meiner „LANGSAMHEIT“. Um langsam zu definieren muss ich erst mal den Begriff „schnell“ definieren. Schnell ist relativ, fühlst du dich schnell, dann bist du auch schnell. Punkt. Ohne wenn und aber.
Mein Weg zu diesem Denken war lange. Sehr lange. Ich war mal eine schnelle Läuferin. Hier mal meine Pace aus diesen Zeiten:

4:20min/km im 10km Wettkampf, 4:50min/km im Halbmarathon und 5:20min/km im Marathon.

Aber auch das ist relativ, ich habe erst mit 39 Jahren mit dem Laufen begonnen, daher bin ich mit diesen Zeiten sehr zufrieden gewesen, und wollte dennoch mehr. Es lief auch alles recht gut, bis eine Autoimmunerkrankung meinen Weg kreuzte und meinen Muskeln unangenehme Dinge wie Krämpfe, nicht endender Muskelkater und eine gewisse Schwäche bescherte.  Ich wurde immer langsamer und meinte zunächst mit noch mehr Training reagieren zu müssen. Mit der Folge, dass ich sehr oft verletzt war.
Meine Konkurrenz lief mir bei Wettkämpfen einfach davon und es wurden immer mehr. Ich mied nun Wettkämpfe, es war so frustrierend in der AK Wertung, die ich meist gewonnen habe nur noch am Rande in Erscheinung zu treten. Auch wollte ich meine Schwäche weder vor mir selbst noch vor anderen zugeben, also erfand ich immer neue Ausreden für mich und andere – so konnte ich immer auf die nächste Saison, in der alles besser werden würde hoffen.
Und so ging das eine ganze Weile bis ich für mich die Entscheidung treffen musste, ob ich weiterlaufen möchte oder nicht.
Zum Glück habe ich mich für das Laufen entschieden und das Laufen für mich neu definiert. Habe meine Langsamheit für mich akzeptiert.
Ich habe meine Liebe zum Ultra Trail entdeckt, hier kann ich mit meiner neuen Gelassenheit punkten und genießen.
Manchmal beim Tempotraining, das ich immer noch mache, heize ich mal 500m so richtig schnell, so schnell wie früher, dann freue ich mich über dieses Gefühl und denke, GEIL WARS!!
Dafür ist es heute wunderschön…..die langen Läufe im Pfälzer Wald, die Traininglager im Gebirge, quer durch die Rheinauen – unbeschreiblich…

Mein Lauf heute: 27,4 km, Pace 7:11min/km
sehr kraftlos am Ende….ich muss mehr essen!