EIGER ULTRA TRAIL E101 #33

Der Weg dahin …

…Tante Haglunde und ich:

Tante Haglunde ist meine stetige Begleiterin. Immer.
Das erste mal begegnete sie mir bewusst als ich so um die 13 Jahre jung war. Wir jungen Mädels begannen die Mode für uns zu entdecken, und 1973 trugen junge Mädels gerne ganz zierliche Riemchen-Sandalen welche an der Ferse sehr schmal waren. Die süßen Füßchen meiner Freundinnen sahen auch sehr niedlich aus damit – meine eher nicht. Eine knochige Fersen-Verdickung, dauergerötet  vom Druck der schmalen, viel zu engen Riemchen, gepaart mit einem holprigen Gang wegen der Schmerzen…ich wollte halt auch süß und sexy sein, aber mit den Füßen.
Nun ja, ich beschloss spontan ab sofort süße Riemchen Sandalen hässlich zu finden und sattelte auf flache Sportschuhe um.
Irgendwann im Laufe meines Läuferlebens erfuhr ich dann, dass meine knochige Ferse, die manchmal monströs wirkt, eine Haglund Ferse ist. Sie kann erworben sein oder wie bei mir angeboren. Ein blödes “Ding”, es tut weh, entzündet sich bei viel Belastung und hindert mich nicht selten so zu laufen wie ich es gerne tun würde.
Eine Freundin hat mir den Rat gegeben, nicht so böse mit meinem Ding zu sein, wer so viel Hass erfährt wie mein “Ding da unten” wird immer bösartiger und reagiert dann mit Gegenhass und tut mir weh.
So entstand dann “Tante Haglunde”. Sie wird nun täglich gepflegt, dauergeflosst, im kalten Bergbach bebadet, massiert und geölt.
Tante Haglunde ist gerade recht friedlich, ich habe ihr aber auch bei aller Liebe sehr deutlich gesagt, ich pflege und hege dich, nenne dich nie mehr “Ding”, aber wenn du weiter zickst, dann schneid ich dich ab, kapiert?

Die Rechnung ging auf – bisher.